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06.10.2018, Dietenbronn

Am Samstag, 6. Oktober 2018, konnte Professor Dr. med. Hayrettin Tumani, wissenschaftlicher Beirat des Bundesverbandes, diesen im Rahmen seiner Mitgliederversammlung in der Fachklinik für Neurologie in Dietenbronn willkommen heißen.

Bundesverband Guillain-Barré-Syndrom-Vereinigung zu Besuch in der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn

Mitglieder des Bundesverbandes Bundesverbandes Deutsche Guillain-Barré-Sandrom Vereinigung e. V. halten ihre Mitgliederversammlung in Dietenbronn ab.

Das Guillain-Barrè-Syndrom (GBS) ist eine sehr seltene Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem die peripheren Nerven angreift und zu einer rasch zunehmenden Muskelschwäche bis hin zur kompletten Lähmung der Arme und Beine führen kann. Es handelt sich dabei um eine fortschreitende Entzündung peripherer Nerven und Nervenwurzeln. Man unterscheidet eine akute, subakute und chronische Verlaufsform, die auch CIDP genannt wird. Jährlich treten weltweit bei etwa zwei von 100.000 Menschen Lähmungserscheinungen auf, die meist nach einer Virusinfektion entstehen. In Deutschland sind das rund 1.600 Erkrankungen im Jahr. Dabei kann das GBS in jedem Alter auftreten; eine Häufung zeigt sich jedoch zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr. Jährlich werden in Dietenbronn etwa 12 an GBS und CIDP erkrankte Patienten behandelt.

Symptomatik und Krankheitsverlauf

Die ersten Anzeichen können Kribbeln und Gefühlsverlust in Zehen und Fingern sein. Meist entsteht zunächst ein Schweregefühl in den Beinen, das in unterschiedlich starke Lähmungen mündet. Die Arme sind meist weniger betroffen. Diffuse Schmerzen treten im Rücken, am Hals und in den Gliedern auf. Oft kann der Beginn dieser neurologischen Erkrankung nur schwer vom Abklingen grippeähnlicher Krankheiten unterschieden werden. Eines der wichtigsten diagnostischen Kriterien ist, dass bereits im Anfangsstadium des GBS die Muskelreflexe verlorengehen oder abgeschwächt werden. Auch die Hirnnerven, Atem-, Blasen- und die Zungenschlundmuskulatur können beeinträchtigt werden, so dass die Betroffenen zeitweise Hilfsmittel benötigen. Herzrhythmusstörungen mit Pulsveränderungen können darüber hinaus die vorübergehende Verwendung eines Herzschrittmachers erfordern. Ebenso treten Schäden am vegetativen Nervensystem und Blutdruckschwankungen, oftmals in Form eines ausgeprägten Blutdruckanstiegs, auf. Krankheitsverlauf und Dauer variieren dabei erheblich. Bei 80 Prozent der Patienten kommt es innerhalb von drei Wochen noch zu einer Verschlechterung, in der vierten Woche werden in der Regel ein Stillstand und der Übergang zur allgemeinen Besserung erreicht. Bei wenigen Patienten kann die Lähmung aller Extremitäten (Beine und Arme) jedoch auch über Wochen und Monate anhalten.

Auch der Schweregrad der Erkrankung variiert erheblich. Ein kleiner Teil der Erkrankten leidet nur an einem Taubheitsgefühl der Extremitäten sowie an allgemeiner Schwäche und kann weiter seinen täglichen Verrichtungen nachgehen. Fast die Hälfte der Patienten ist jedoch vorübergehend gelähmt, fast ein Drittel benötigt eine künstliche Beatmung. Die Diagnose des GBS und CIDP erfolgt anhand der Symptome, der Krankheitsentwicklung, elektrophysischer Untersuchungen sowie, um Verwechslungen mit ähnlichen Krankheiten zu vermeiden, der Flüssigkeitsuntersuchung des Nervenwassers.

Vorstellungen zur Krankheitsursache

GBS tritt im Zusammenhang mit vorangegangenen Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts auf. Meist lagen ein bis zwei Wochen vor Beginn der neurologischen Erkrankung Infektionen mit Viren, Mykoplasmen und Bakterien vor. Es wird vermutet, dass beim GBS eine der Infektionen die Immunreaktion auslöst, wodurch Strukturbestandteile des peripheren Nervensystems zerstört werden.

Behandlungsmethoden

Noch gibt es keine die Ursache betreffende Therapie, sondern nur eine symptomatische Behandlung mit immunsupressiv wirkenden Medikamenten (künstliche Unterdrückung), intravenöser Gabe von Immunglobulinen, die Entfernung von Antikörpern durch Plasmapherese oder selektive Absorption. Hierbei wird den Patienten Blutplasma entnommen, die Antikörper werden entfernt und das Blut wieder ersetzt. Die Physiotherapie stellt einen weiteren Schwerpunkt der Behandlung dar. Die meisten Betroffenen sind nach erfolgreicher Behandlung beschwerdefrei. In manchen Fällen kann es aber auch zu dauerhafter Schwäche der betroffenen Bereiche oder gar zu Rückschlägen kommen.

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Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH
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